Stolpersteine entwendet!

Diese Woche musste Neukölln eine der größten flächendeckenden Schändungen von Stolpersteinen erleben. Sie setzte eine traurige Tradition von neonazistischen Umtrieben vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November fort. Jetzt muss eine Antwort darauf folgen.

Daher begrüßen wir die auf der gestrigen Erinnerungskundgebung in der Hufeisensiedlung geäußerten Absichten der Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu verstärken. Die Spendenaktion der Initiative Hufeisern gegen Rechts für zusätzliche Stolpersteine erachten wir als wichtiges Signal an alle, die mit Schändungen, Brandanschlägen und Diffamierungen die Grundfeste unserer Demokratie angreifen wollen. Wir vom Bündnis Neukölln wollen die Hufeisernen gern dabei organisatorisch und finanziell unterstützen.

   

 

Leider herrscht durch die mangelnden Ermittlungserfolge der zuständigen Behörden zu den zahlreichen neonazistischen Anschlägen inzwischen in Neukölln eine permanente Bedrohungslage für alle, die nicht ins Weltbild von Neonazis passen. Wir appellieren daher an die Berliner Polizei, verstärkt Ressourcen in die Ermittlungen zu stecken. Unser Engagement werden wir angesichts der Bedrohung nicht reduzieren, sonder nur noch verstärken.

Wieder einmal sehen wir, wie wichtig der Kampf gegen Rechts und für eine offene und solidarische Gesellschaft ist. Dabei werden wir uns nicht durch diffamierende Linksextremismus-Debatten spalten lassen und freuen uns, dass die Mehrheit der Neuköllner BVV uns in der Vergangenheit hier unterstützt hat. Demokratinnen und Demokraten müssen an dieser Stelle zusammenstehen.